Weihnachten – christlichen oder heidnischen Ursprungs?

am Sep 30, 2016 in Wissen

Weihnachten ist mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste des Kirchenjahres. Die weihnachtliche Festzeit (= Weihnachtszeit) beginnt mit der Vesper am Heiligabend und endet in der römisch-katholischen Kirche am Sonntag nach „Erscheinung des Herrn“, an welchem das Fest „Taufe des Herrn“ gefeiert wird.
Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember erst seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist umstritten. Diskutiert wird eine Beeinflussung durch den römischen Sonnenkult. Eine weitere Hypothese erklärt die Datumswahl mit dem Abstand von 9 Monaten zum angenommenen Termin der Inkarnation, wofür Texte westlicher Autoren den 26.3. angeben.

Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken. Dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken. In katholischen Familien fand die Kinderbescherung weiterhin lange Zeit am Nikolaustag statt. Hinzu kamen alte und neue Bräuche verschiedener Herkunft, zum Beispiel Krippenspiele seit dem 11. Jahrhundert, zudem der geschmückte Weihnachtsbaum (15.Jahrhundert), der Adventskranz (1839) und der Weihnachtsmann (20. Jahrhundert). Dieser löste in Norddeutschland das Christkind und den Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder ab und stellt in anderen Gebieten zunehmend eine Alternative dar. Viele Länder verbinden weitere eigene Bräuche mit Weihnachten.“(Quelle: Wikipedia – Weihnachten)

Der Zeitpunkt der Entstehung des Weihnachtsfestes lässt sich somit geschichtlich nicht eindeutig nachweisen. Da in der Bibel, und hier besonders im Neuen Testament, zwar die Geburt Jesu sehr detailliert beschrieben (Matth 1 und Luk 2), aber weder ein genaues Geburtsdatum genannt wird noch ein Hinweis auf eine Feier als Gedenkfest und auch das Wort Weihnachten nirgends erwähnt wird, auch nicht von den Aposteln, können wir davon ausgehen, dass das Weihnachtsfest in der Urgemeinde zur Zeit der Apostel bis in das 3. Jahrhundert unbekannt war und nicht gefeiert wurde. Die o. g. Jahreszahlen zeigen, dass im Laufe des 3. Jahrh. das Weihnachtsfest Eingang in die röm. Kirchentradition gefunden hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass durch die Verschmelzung des Christentums mit dem Heidentum das Weihnachtsfest mit dem Fest der Wintersonnenwende, dass im römischen Reich wie auch von den Germanen gefeiert wurde, als kirchliches Fest eingesetzt wurde.
So lautet denn auch ein Hinweis aus o. g. Quelle (Wikipedia):

Er (der Weihnachtsfeiertag) sei als Reaktion auf den von Kaiser Aurelian verfügten Geburtstag des Sol Invictus (lat. unbesiegbarer Sonnengott, dessen Kult 275 eingeführt wurde) zur Wintersonnenwende des julianischen Kalenders am 25. Dezember entstanden, an dem auch die Geburt des Mithras gefeiert worden sein soll. Das würde zu einer Einführung um 300 führen. Hierzu passen ungefähr zeitgleiche Vergleiche von Christus und der Sonne und die Tatsache, dass „die Weihnachtsfeier in Rom aufkommt, als der Sonnenkult seinen Höhepunkt erreicht.

Damit steht fest, dass Jesus Christus nicht an einem 25. Dezember geboren wurde und für bibeltreue Christen gibt es darum auch keinen Anlass, Weihnachten als den Geburtstag Jesu zu feiern, da Datum (25.12.) und Weihnachtsgebräuche heidnischen Ursprungs sind!

Christen feiern das Abendmahl als Gedenken an Jesu Leben und seinen Opfertod auf Golgatha, wie der Apostel Paulus im 1.Korinther, Kap.11 Vers 25 geschrieben hat: „… solches tut, sooft ihr's trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Wenn Christen Weihnachten als Familienfest und Fest der Liebe feiern und dabei auch an die Geburt Jesu denken, sollten sie nicht vergessen, dass dieser Jesus jetzt als König und Weltenherrscher im Himmel lebt und in Kürze wieder auf diese Erde zurückkehren wird, um die treuen Gläubigen in den Himmel zu holen. Er hat dies selbst gesagt, siehe Johannes 14, 1-3:

Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubet an Gott, glaubet auch an mich. In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet.


Hans-Joachim Thiel